Die Hoffnung stirbt zuletzt. Etwas praeziser gesagt war das gestern Abend.
Am Ende der Nachrichtensendung, die ich mir am Fersehgeraet des Campingplatzes auf norwegisch anschaute, war die Vorhersage des Wetterfrosches auch ohne Uebersetzung klar zu deuten. Bis zum Ende der Woche wird es weiter regnen.
Immerhin war ich heute Morgen nicht ueberrascht, als ich ein weiteres mal durch das Regengeraeusch geweckt wurde.

Ich entschied wegen des Wetters nicht weiter nach Westen zu fahren, als es die Vermeidung der E6 notwendig machen wuerde. Ich habe heute also mit Molde den fuer mich westlichsten Punkt an der "Nordkueste" erreicht. Vielleicht werde ich nicht immer den direkten Weg waehlen, aber ich steuere nun langsam auf Oslo zu.

Auf der zweiten Faehre des heutigen Tages, zwischen Molde und Vestnes, haette ich sofort einschlafen koennen. Es war so angenehm warm und trocken. Am liebsten haette ich meine Isomatte direkt im Salon ausgebreitet. Leider musste ich nochmal raus in den Regen und eine andere Uebernachtungsstelle suchen. Wild campen wird immer schwieriger. Nicht nur, weil es Richtung Sueden immer dichter besiedelt wird, sondern speziell weil saemtliche Wiesen bereits zu kleinen Seen geworden sind.
Meine Lust, das Zelt in eine grosse Pfuetze zu stellen, war nicht sonderlich ausgepraegt, also suchte ich in einem Industriegebiet wenige Kilometer nach Vestnes nach irgendeiner Art Ueberdachung. Ich fand ein ueberdimensionales Carport, so etwa 40x15 m. Diese hallenartige Konstruktion steht fast leer, also habe ich mich dort niedergelassen.
Dass ich morgen in der Frueh relativ bald von hier weg muss, erscheint mir sehr wahrscheinlich. Ich hoffe einfach, dass ich bei dem Besitzer auf Verstaendnis stosse. Wenn es nicht so sein sollte, waere es mir aber auch egal, gerade zaehlt nur die Nacht im Trockenen und die kann er mir morgen schlecht wegnehmen. Bei besserem Wetter lege ich dann wieder mehr Wert auf eine positive Voelkerverstaendigung. :-)