Erstaunlich wie schnell man sich nach fuenf Wochen des staendigen Ortswechsels heimisch fuehlt. Ich betrete die Halle des Besucherzentrums schon fast als waere es mein Wohnzimmer.

Die beiden Belgier sind in ihrem 2CV-Cabrio heute Morgen Richtung Lofoten aufgebrochen, ich bin wie angekuendigt noch am Nordkap geblieben.
Es muessten schon alle Stricke reissen, wenn ich die Einladung, auf dem Weg durch Belgien bei ihnen zu uebernachten, nicht annehmen sollte.

Viel gibt es ueber den Tag nicht zu berichten. Die meiste Zeit habe ich faulenzend auf meiner Isomatte verbracht.
Heute Vormittag war es so warm, dass ich mich sogar in den Schatten gesetzt hatte. Nachmittags zogen dann Wolken auf, die Sonne ist jetzt nur noch hin und wieder zu sehen. Auch der Wind frischte auf, wodurch es sich nun viel kuehler anfuehlt.
Mit Temperaturangaben kann ich leider nicht dienen. Ich werde oft danach gefragt, aber ich traue meinen eigenen Schaetzungen nicht so ganz ueber den Weg. Das Internet sollte verlaessliche Aussagen fuer Honningsvag bereit halten.

Im Besucherzentrum gibt es ein Kino, in dem stuendlich ein kurzer Film ueber die Gegend gezeigt wird. Er war kurzweilig und zeigte schoene Landschaftsaufnahmen. Man bekam auch einen Eindruck wie es hier im Winter aussieht.
Die Tierwelt kam auch nicht zu kurz, wobei sich im Film und auch in meiner Erfahrung die Vielfalt auf Voegel und Rentiere beschraenkt.
Die Rentiere sind auch hier auf der Zeltwiese ein staendiger Gast, halten sich aber meist mindestens 50 m von den Zelten entfernt.

Morgen werde ich nachmittags nach Honningsvag fahren, dort einkaufen und nach der Rueckreisewelle der Mitternachtstouristen den von Fahrradfahrern gefuerchteten Nordkap-Tunnel in Angriff nehmen. Er soll kalt, laut, viel befahren und insbesondere sehr steil sein. Aber vielleicht wird auch hier nicht so heiss gegessen wie gekocht, die Anfahrt des Nordkaps war schliesslich ebenfalls weit weniger unangenehm als ich das oft in entsprechenden Fahrrad-Foren gelesen hatte.