Gestern hat mich die Faehre von Moskenes aus wieder zurueck auf das Festland gebracht. Die Ueberfahrt dauerte etwas mehr als drei Stunden. An meinem Tisch hatte ich mit zwei Spanierinnen in meinem Alter und einem Norweger, der auf den Lofoten gerade ein Auto gekauft hatte, eine nette Unterhaltung, die Zeit auf dem Schiff verging somit recht schnell.

In Bodo angekommen fuhr ich durch Stadt und bemerkte, dass meine hintere Felge in unregelmaessigen Abstaenden an der Befestigung der Bremskloetze streifte. Die Speichen waren aber nicht locker oder verzogen. Ich hatte also keinen typischen Achter, den man durch Nachspannen der Speichen beheben koennte.
Obwohl die Nabe fest an den Ausfallenden verschraubt war, wackelte sie.

Ich suchte eine ruhige Ecke und fand sie in einem kleinen Park nahe des Zentrums. Dort nahm ich das Hinterrad heraus und konnte keinen Fehler entdecken, also baute ich alles wieder zusammen und bemerkte dann, dass das Spiel der Nabe nur bei bestimmten Stellungen der Laufrads vorhanden war.

Ich sah ein, dass mein Latein hier am Ende war, also suchte ich einen zentrumsnahen Platz zum Uebernachten, um am naechsten Morgen gleich in ein Fahrradgeschaeft gehen zu koennen. Ich entschied mich fuer den Warteraum der Hurtigroute.

Dort traf ich ein Paar aus Deutschland, das gerade auf die Faehre nach Moskenes wartete. Der Mann war ebenfalls begeisterter Radler und so zueckte er sein Werkzeug und wir versuchten gemeinsam unser Glueck. Wir konnten zwar an der Nabe etwas herumschrauben und das Spiel beseitigen, daraufhin lief sie aber ziemlich schwergaengig. Wir kamen auch gemeinsam nicht richtig weiter, also gaben wir auf und ich ging mit den beiden nach Bodo hinein, um etwas zu essen. Das kaputte Rad schloss ich am Kai ab, das Gepaeck deponierte ich im VW-Bus der zwei.

Spaeter, gegen Mitternacht, gesellten sich noch drei Angler aus Suedbayern zu uns, da sie ebenfalls auf die Faehre warteten. Es war eine lustige Runde.

Als die Faehre mit etwas Verspaetung kurz nach ein Uhr ausgelaufen war, konnte ich im Warteraum nich schlafen, dafuer war zuviel los. Ich schraubte also nochmal an meinem Rad herum.

Es dauerte nicht lange, bis ich von Wartenden unterschiedlichster Nationen umringt war. Ich wurde mit viel Werkzeug und reichlich guten Tipps versorgt.
So ermutigt entschied ich mich die Nabe zu oeffnen, aber allein beim Anblick des Inneren war mir klar, dass ich das Ding nie mehr zusammen bekomme, wenn ich es noch weiter zerlege. Auch die guten Ratschlaege verstummten.

Ich setzte das Laufrad enttaeuscht wieder ein und war erstaunt: Das Spiel war weg und die Nabe war leichtgaengig.

Es hatte den ganzen Abend immer wieder leicht geregnet, aber in diesem Moment war es trocken. So schwang ich mich gegen halb drei auf mein Rad und machte den Praxistest. Nach gut 15 Kilometern konnte ich noch immer keine Fehlfunktion feststellen.
Nahe der Strasse fiel mir eine Zeltmoeglichkeit auf, die ich nutzte. Gegen vier Uhr baute ich im wieder einsetzenden Regen mein Zelt auf.

Nachts regnete es meist, auch heute Morgen gab es nur wenige trockene Momente.
In diesem Augenblick ist es aber seit knapp einer Viertelstunde niederschlagsfrei. Mir scheint, als waere es wieder der typische Vormittagsregen (gewesen?), der Himmel wird immer heller. Wenn sich das Wetter noch zehn Minuten haelt, packe ich zusammen.
Angesichts der Tatsache, dass Mo I Rana nicht sehr weit entfernt liegt und ich dort sicher auch eine Radwerkstatt finden kann, lasse ich mich jetzt durch den aufgetretenen Fehler nicht von der Weiterfahrt abhalten.

Die Nacht war uebrigens fuer etwa drei Stunden komplett dunkel. Zur Zeltplatzsuche ist es natuerlich von Nachteil, trotzdem habe ich mich gestern ueber die erste richtige Dunkelheit seit Wochen beim Einschlafen gefreut.