Mit Sonne war heute wieder nicht viel los. Mit Regen aber gluecklicherweise auch nicht.
So konstant wie sich die Landschaft haelt, so hartknaeckig bleibt auch das Wetter. Was sich aendert, ist die Landwirtschaft. Immer wieder kommen ein paar zig Kilometer, auf denen Weintrauben angepflanzt werden, dann sieht man wieder eine Zeit nur Mais, Zuckerrueben und abgeerntete Felder. Dass ich momentan durch Felder mit Weintrauben fahre, duerfte bei der Naehe zu Bordeaux nicht verwundern.

An dem "Centre des Loisirs" war heute Morgen richtig viel Leben. Von mir wollte aber niemand etwas wissen, also blieb es eine weitere kostenlose Nacht. Seit ich Orleans verlassen habe, belaufen sich die Campingkosten auf fuenf Euro. Da hatte ich selbst in Skandinavien trotz des wilden Campings einen hoeheren Schnitt. Die Duschen an den Wasserfaellen waren aehnlich kalt wie die, die ich heute aus dem gekauften fuenf Liter Wasserkanister genommen habe. Nur stroemte dort vermutlich locker das Hundertfache an Wasser ueber mich.

Auch der heutige Campingplatz in La Reole ist schon im Winterschlaf. Optisch ist er schoen gelegen, direkt an der Garonne. Leider befindet er sich auch zwischen zwei stark befahrenen Strassen, die Nacht koennte etwas laut werden.

Der Jakobsweg wirft seine Schatten schon voraus. Heute habe ich zum ersten Mal Wegweiser von ihm gesehen.

Ich fuehle mich gerade so wie in Finnland. Dort war ich (beinahe) nur, um moeglichst schnell nach Norden zum Nordkap zu kommen. Hier ist es auch nicht die aktuelle Gegend, die mich beschaeftigt. Meine Gedanken sind schon ein paar Tage voraus: Mit den Pyrenaeen steht ein weiteres Highlight der Tour unmittelbar bevor, ich kann es kaum mehr erwarten.