Obwohl in noch in Frankreich bin, fuehle ich mich schon richtig in Spanien angekommen. Speziell bei der Fahrt durch Pau habe ich mich nicht wie in Frankreich gefuehlt. Die Stierkampfarenen, die es hier gibt, machen nur einen kleinen Teil dieses Eindrucks aus. Es sind vielmehr die Menschen, die ich ohne zu zoegern Spanien zuordnen wuerde.

Auch das Wetter haette heute ab Mittag gut zur Iberischen Halbinsel gepasst. Morgens gab es wieder viel Nebel, der zusammen mit der herbstlichen Landschaft und der aufgehenden Sonne, die manchmal doch eine Luecke fand, eine wunderbare Kulisse bot. Ab Mittag dominierte die Sonne. Erst spaeter gewannen die Wolken wieder die Oberhand.
Wie noch aus Norwegen gewohnt, sind die Bergspitzen auch hier in Wolken gehuellt. Die Gipfel sind nicht zu erkennen.

Es war heute noch ueberraschend lange flach. Erst wenige Kilometer vor Arudy zog die Steigung auf deutlich ueber fuenf Prozent an.

Pau war sehr verkehrsreich, es hat mir aber trotzdem gut gefallen. Es gab viele schoene Ecken und Sitzgelegenheiten. Mal mitten in der Stadt, mal in einem ruhigen Park, mal mit Fernblick auf die Berge. Haette ich ueberall Pause gemacht, wo es mir gefallen hat, ich wuerde noch jetzt von einer Bank zur naechsten wechseln.

Campingplatz fand ich dort aber keinen, weswegen ich weiter nach Gan gefahren bin. Dort gab es zwar einen Wegweiser zu einem Campingplatz, es blieb aber leider bei dem einen. Auch Fragen brachte nur ratlose Antworten, also fuhr ich weiter bis kurz vor Arudy.
Ich freute mich ueber die mehrfache Ankuendigung eines "Camping a la ferme". Irgendwann haette ich aber einem Wegweiser folgen sollen, der mich von der Hauptstrasse weg fuehrte - ohne Entfernungsangabe. Den Fehler, einem solchen Schild rund zehn Kilometer zu folgen, habe ich bereits in Schweden begangen, und ich habe etwas daraus gelernt. Besonders hier, wo zehn Kilometer auch schnell 500 hm bedeuten koennen, hatte ich keine Lust auf Experimente.
Ich fuhr also weiter und wurde auch in Arudy selbst fuendig. Der Campingplatz hier ist zwar nicht viel mehr als ein kleiner Gruenstreifen ohne Sanitaereinrichtung, aber er lag immerhin direkt auf meinem Weg.